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Von der Vergangenheit zur Gegenwart

Lungenmedizin – Von der Vergangenheit zur Gegenwart

Bereits im April 1928 wurde mit der Neueröffnung der Städtischen Kliniken Delmenhorst auch das erste „Infektionshaus“ eingeweiht. Damals wurden hier in erster Linie Patienten mit Tuberkulose versorgt. Die Anlage bot mit dem Pavillon- System und den weitläufigen Balkonen optimale Voraussetzungen für die Behandlung der „Weißen Pest“, soweit sie damals möglich war.

Ende des 2. Weltkrieges waren Erweiterungsbauten erforderlich, da sich die Stadtbevölkerung in Delmenhorst rasch verdoppelte. Mit Einführung der antituberkulösen Medikation nahm zwar die Zahl der Tuberkulose- Patienten sukzessive ab; gleichzeitig stieg jedoch mit zunehmendem Zigaretten-konsum und beruflicher Asbestexposition (besonders bei den Werftarbeitern) die Inzidenz des Bronchialkarzinoms sowie des Pleuramesothelioms überproportional an, so dass sich ein zunehmender Bedarf an medizinischer Versorgung von Lungenkrankheiten bildete.

Josef- Hospital Delmenhorst, Niedersachsen (Deutschland); ältester Gebäudekomplex aus der Gründungsepoche in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts.

Vor diesem Hintergrund wurde am 1. September 2003 die Klinik für Thoraxchirurgie gegründet, zunächst als integraler Bestandteil der Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie. Mit Anerkennung der gesetzlichen Krankenkassen mit Versorgungsauftrag nahm die Thoraxchirurgie ihre Arbeit ab 01.01.2007 als eigenständige Klinik im Zentrum für Chirurgie auf.

Klinik für Thoraxchirurgie, Neubau, Bezug am 01.01.2008.

In der Klinik für Thoraxchirurgie werden zurzeit jährlich ca. 620 Patienten ambulant und stationär betreut. 2014 wurden 369 Patienten operativ unter stationären Bedingungen versorgt. 51% der Operationen wurden auf minimal- invasivem Weg videoassistiert thorakoskopisch durchgeführt. 39% der Patienten wurden via anteriorer Thorakotomie als Standardverfahren zur erweiterten intrathorakalen Resektion einschließlich intraperikardialer Operationen versorgt, bei 10% der Patienten kam ein im Hause neu entwickeltes interventionelles Verfahren mit Kombination konventioneller und endoskopischer Techniken zur Anwendung. Die mittlere Krankenhaus- Verweildauer lag bei 7.4 Tagen, die Dauer der intensivmedizinischen Behandlung betrug nach Lungenresektionen durchschnittlich 1.3 Tage. Die Mortalität bei Lobektomien betrug 2014 0%, bei Pneumonektomien 0.3% und bei erweiterten Pneumonektomien 0.9%. Die Morbidität lag kumulativ bei 1,8%. Häufigste Komplikation war mit 62% an der Morbiditätsrate die postoperative Pneumonie. Wundinfektionen traten nicht auf.

Technische Voraussetzungen

Der Klinik stehen entsprechend des aktuellen State of the Art in der Thoraxchirurgie alle logistischen, technischen und apparativen diagnostischen, therapeutischen und chirurgischen Möglichkeiten einschließlich minimal- invasiver Verfahren, Laser- und Argonbeamer- Resektionen sowie digitaler Bronchoskopie zur Verfügung. Generell erfolgen im Rahmen der stationären Aufnahme mikrobiologische Screening- Untersuchungen zur Frage multiresistenter Keime. Wöchentlich finden interdisziplinäre Tumorkonferenzen statt. Vor- und Begleiterkrankungen werden durch eine komplexe interdisziplinäre pneumologische, internistisch- kardiologische, anästhesiologische und intensivmedizinische Betreuung besonders berücksichtigt.

Neben der Entwicklung chirurgischer Techniken, die weniger eingreifend sind als konventionelle Verfahren, ist die Logistik der Aufnahme und Diagnostik weiterer Schwerpunkt der Behandlungsstrategie: Die stationäre Aufnahme ist innerhalb von maximal 1 Woche möglich, in der Regel innerhalb von 2 Tagen. In einem Zeitraum von maximal 3-4 Tagen ist die Diagnostik eines tumorsuspekten intrapulmonalen Rundherdes inkl. Staging- Untersuchungen und OP- Vorbereitung abgeschlossen.

In der Klinik für Thoraxchirurgie kommen nicht nur lungenresezierende Verfahren, sondern auch Techniken der Gefäßchirurgie als Grundlage einer onkologisch radikalen und gleichzeitig gewebeschonenden Behandlung zur Anwendung (zum Beispiel im Rahmen einer Double- sleeve- Resektion, der Interposition der V. cava superior oder der Aorta descendens intra-thorakal).

Neuentwicklungen sind die bereits erwähnten interventionellen Thorakotomien, die minimal- invasiven Lobektomien im Stad. Ia und Ib NSCLC und die Chirurgie intrathorakaler Nervenfunktionsstörungen (z.B. idiopathische N. phrenicus- Paresen).

Eingezeichnete Schnittführung (rot) im Bereich des rechten Hemithorax für eine größere Lungenoperation im kombinierten Verfahren mit herkömmlichen chirurgischen und minimal- invasiven Techniken.

Wenig körperlich belastende, kleine und kosmetisch günstige Schnittführung zur Lungenoperation (26jährige Patientin; stationärer Aufenthalt 6 Tage, Befund 21 Tage nach Entfernung eines Lungenabzesses).

Beispiel für die Operation eines Trachealtumors. Schematische Zeichnung. Nach Resektion des Tumors werden die Enden der Luftröhre im Sinne einer End-zu-End-Anastomose wieder vereint.

Operationsspektrum

Operiert werden Kinder (ab 5 Jahre) und Erwachsene (ohne Altersgrenze) mit

  • Tumoren der Lunge, der Luftröhre sowie der Atemwege, des Mediastinums sowie der Thoraxwand, zum Beispiel:
    • a. Bronchialkarzinome
    • b. Pulmonale Metastasen
    • c. Rippenfelltumoren (zum Beispiel Pleuramesotheliome)
    • d. Benigne und maligne Veränderungen der Thymusdrüse (Thymome)
    • e. Metastasen/ Sarkome der knöchernen oder muskulären Thoraxwand
  • Entzündungen innerhalb des Brustkorbes (z.B. Lungenabszesse, Pleuraempyeme)
  • chronischen Verletzungsfolgen (z.B. nach Unfällen)
  • Blasen- und Zystenbildungen der Lunge (bullöses Emphysem)
  • Tuberkulosefolgen (Destroyed lung; persistierende Kavernen mit lokalen Komplikationen wie zum Beispiel Aspergillomen)
  • kongenitale Fehlbildungen (z.B. der Pulmonalarterie, Sequester, bronchogene Zysten)
  • Trachealveränderungen (Stenose, Tumor, Perforation)

Nicht operiert werden

  • Patienten mit Herzerkrankungen, bei denen der Einsatz der Herz-/ Lungenmaschine erforderlich ist (z.B. koronare Bypass- oder Herzklappenoperation);
  • Gefäßveränderungen der Aorta intrathorakal zentral bis zum Abgang der A. subclavia sinsitra.

Einen zunehmenden Stellenwert nimmt die Thoraxchirurgie im Rahmen multimodaler Therapiekonzepte komplexer Tumorerkrankungen sowie der palliativen Therapie in der Tumoronkologie ein, hier zum Beispiel mit der Einlage von Thorax- Dauerdrainagen bei persistierenden Pleuraergüsses oder mit der endobronchialen Laser- oder APC- Resektion von stenosierenden Karzinomen.. Mit Zunahme der minimal- invasiven Verfahren sowie der routinemäßigen anästhesiologischen Einlage von Periduralkathetern werden postoperative Schmerzen sowie der Analgetika- Bedarf deutlich reduziert.

Die Leitung der Klinik für Thoraxchirurgie obliegt Herrn Prof.HUST Wuhan Dr.med. Martin Teschner, 59, Facharzt für Allgemein-, Thorax- und Gefäßchirurgie.

Prof. HUST Wuhan Dr. med. Martin Teschner
(e-mail: m.teschner@jh-del.de)

Frau Iris Martens, Chefsekretärin
Tel.: 00494221 – 994263; FAX 0049/ 4221- 994265

Herr Dr.med. Matthias Esch
Facharzt für Chirurgie, Thoraxchirurgie, 1. Oberarzt der Klinik für Thoraxchirurgie.

Das Pflegeteam der Station 31 (TCH)

Das Team der Abteilung für Physiotherapie.

Die Klinik für Thoraxchirurgie umfasst räumlich drei Hauptbereiche:

Im 2008 bezogenen Bettenhaus finden sich geräumige, ansprechend gestaltete Patientenzimmer mit modernen sanitären Anlagen, TV- und Rufanlagen.

Empfangsbereich der Station 31 (Thoraxchirurgie).

Patientenzimmer der Station mit behindertengerechten sanitären Anlagen in jedem Zimmer.

Lounge der Station 31 (Thoraxchirurgie).

Der Nordflügel des Altbaus wurde zur modernen Ambulanz ausgebaut, wobei die charakteristischen alten Stilelemente erhalten resp. wiederhergestellt wurden.

Thoraxchirurgischer Ambulanztrakt.

Für die operative Versorgung der Patientinnen und Patienten stehen der Fachklinik entsprechende Kapazitäten in den modern ausgestatteten Funktionsbereichen Endoskopie, Operationsabteilung und Intensivstation mit angeschlossener Intermediate- Care- Station zur Verfügung.

Sekretariat (Montag bis Donnerstag 8.00 – 16.00 Uhr, Freitag 8.00 – 14.00 Uhr):

Tel.:04221/ 99 4263
FAX: Inland 04221/ 99 4265, Ausland: 0049/ 4221 – 99 4265

e-mail: m.teschner@jh-del.de

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